Freitag, 18.09.2026 Okerhalle Groß Schwülper, Beginn 19:30 Uhr
Im Rahmen der „Heißen Kartoffeln“
Brillantes Kabarett mit Philipp Scharrenberg
Wie kann ein Mensch so genial mit der Sprache jonglieren, von Bildungssprache abrupt zur Umgangssprache wechseln, vom Hochdeutschen zum Dialekt oder zur Kindersprache? Es ist ein zweistündiges Sprachfeuerwerk, das Philipp Scharrenberg an diesem Abend abfeuert! So etwas hat es im Bürgerhaus noch nicht gegeben!
Rasant und präzise trägt Philipp Scharrenberg seine komplexen Reime, Gedichte, Stand-up-Elemente, sein Hörspiel und seine Songs vor. Inhaltlich hält uns der Künstler in einer Zeit mit Fake News, Social-Media, Echo-Kammern und Klimawandel den Spiegel vor. Er zeigt auf, wie wir uns verführen lassen, unsere Verantwortung dabei häufig nicht wahrnehmen wollen, so zum Beispiel in seinem eingängigen Song „Hipstokriten“ (ein Kofferwort aus Hipster und Hypokriten / Heuchlern). Philipp Scharrenberg analysiert präzise, mit chirurgischer Präzision, das ist nicht immer angenehm.
Als Zugabe gibt es eine fiktive Science-Fiktion-Lesung in Kunstsprache – virtuos, brillant. Ein echter Hochkaräter, den sich leider Viele haben entgehen lassen!
Andreas Romey
Kabarett & zärtliche Mindfucks
„Mindfuck“ heißt Verwirrung mit Methode. Und die Verwirrung ist da. Sie geistert durch die sozial schwachen Medien und liegt im grüngewaschenen Supermarktregal; wo früher Zeitungsenten schwammen, quaken heute alternative Wahrheiten. Wie soll man da noch zwischen Fikt und Faktion unterscheiden? Im Desinformationszeitalter brauchen wir niemanden mehr, um uns zu verwhatsappeln – wir tun es selbst. Hauptsache, Netz.
Zeit, uns aus der Irre zu führen! Philipp Scharrenberg hält nichts von künstlicher Intelligenz – lieber macht er intelligente Kunst. Zum Mitdenken. Denn er ist einer, der genau hinschaut. Ein Am-Schorf-Knibbler, Auf-den Zahn-Fühler, irgendwo zwischen Kindskopf und Aufklärer, der immer wieder nachfragt: „Waru-hum?“ Als Zwangsneurotiker weiß er, wie die Gesellschaft tic(k)t und welche Knöpfe er drücken muss, um sie zappeln zu lassen. Mit viel Witz und Herz und vollem Körpereinsatz erforscht er ihre seelischen Ab- und Beweggründe, um Klarheit zu stiften, wo Wirrnis im Hirn is’.
Auch in seinem fünften Programm steht ihm dabei seine große Liebe zur Seite: die Sprache. Reimend, dichtend, mit Songs, Hörspielen und Stand-Up zeigt er auf, wie schwierig es ist, sich der eigenen Meinung heute noch sicher zu sein. Kein Die-da-oben-, sondern Wir-hier-unten- Kabarett, ausgezeichnet mit dem Deutschen Kabarettpreis 2023. Ein „Mindfuck“ eben – aber zärtlich.